Allgemein - Esel Edenbauer

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Eselhaltung
Lieber Eselfreund!

  • Ein Esel ist eines der charmantesten Haustiere die sie sich anschaffen können.
  • Esel zählen zu den ältesten Haustieren der Menschen.
  • Esel sind im Sozialverhalten auf locker strukturierte Kleingruppen mit schwach ausgeprägten Rangordnungen ausgerichtet. Sie sind keine ausgesprochenen Herdentiere wie Pferde.
  • Bei der Eselhaltung darf man sich NICHT an die Regeln der Pferdehaltung orientieren um den Esel nicht zu schaden.
  • Neben den rein äußerlichen Unterschieden zu Pferden verfügen Esel über einige Besonderheiten, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.
  • Im Gegensatz zu Pferden besitzen Esel fünf statt sechs Lendenwirbel.
  • Esel verfügen über 31 Chromosomenpaare, Pferde haben 32.
  • Die Körpertemperatur ist bei Eseln etwas niedriger, sie beträgt durchschnittlich 37 °C statt 37,5 bis 38,2 °C.
  • Die Tragzeit ist bei Eseln länger als bei Pferden. Im Durchschnitt beträgt sie 365 bis 370 Tage gegenüber 330 Tagen beim Pferd.
  • Die Ohren der Esel sind viel größer als die der Pferdeohren.
  • Pferde neigen in Stresssituationen zur Flucht, Esel bleiben oft wie angewurzelt stehen.
  • Viel länger als ein Pferd kann ein Esel ohne Wasser und Nahrung auskommen.
  • Esel haben einen höheren Schmerzduldungsgrad als Pferde und bei gesundheitlichen Problemen wird der Tierarzt daher manchmal zu spät geholt.
  • Leider wird vielfach geglaubt, Esel seien dumm, faul und stur.
  • Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Ihre scheinbare Sturheit ist vielmehr ein Abwägen gefahrvoller Situationen und hat nichts mit Dummheit zu tun.
  • Statt wie ein Pferd mit Fluchtinstinkt zu reagieren, bleibt der Esel lieber stehen und wägt die Situation ab.
  • Esel können mit viel Liebe und Hingabe zu wundervollen und treuen Wegbegleitern und Therapeuten ausgebildet werden.
  • Ein Esel macht sich aber auch gerne nützlich: Kinder können ihn reiten, er zieht bereitwillig leichte Kutschen und würde sie selbst bei Trekkingtouren in der Natur nie im Stich lassen und steht ihnen ewig als treuer und liebenswerter Freund zur Seite!
  • Jede noch so kleine Aufmerksamkeit wird er ihnen mit grenzenloser Zuneigung und Treue danken. So schön das auch klingen mag, ist aber auch zu bedenken, dass der Esel auch die eine oder andere Pflege braucht und nicht einfach als schnelles Geburtstagsgeschenk für „mein Enkelchen“ eingestellt werden kann und darf!
  • Vor allem zu bedenken ist, dass uns ein Esel unser halbes Leben lang zur Seite steht, also sprich 40 Jahre!
  • Schon aus diesem Grund darf ein Esel nicht von einem Besitzer zum nächsten wandern, nur da der Kauf zu unüberlegt geschah.
  • Die Esel sind oftmals Spiegel unserer Seele und lehren uns, dass es besser sein kann, stehen zu bleiben und einen Moment länger nachzudenken, als übereilt und vorschnell zu handeln. Ein Spaziergang mit einem Esel zeigt uns die Natur wieder mit anderen und aufmerksameren Augen.

Damit ihr euch aber nicht ganz wie auf glatten Eis fühlt, hier ein paar kleine Tipps:

Betreuung:
Tägliche Beschäftigung und Tierkontrolle.
Der Esel darf nicht als Rasenmäher gehalten werden.

Haltung:
Eselgruppen in Weidehaltung mit Winteraufstallung.
Esel sind Herdentiere - eine Einzelhaltung ist absolut abzulehnen!!!!
Beistellesel: Auch eine Vergesellschaftung mit Ponys, Pferden,Schafen oder Ziegen ist nicht zu empfehlen.
Hengstgruppen dürfen nur von erfahrenen Eselfachleuten gehalten werden !
Die Eselhengste, wenn sie nicht für die Zucht verwendet werden, müssen kastriert werden.
Einen Eselhengst nicht zu kastrieren, weil ihn ja vielleicht jemand mal zum Decken braucht oder die Tierarztkosten einzusparen sind abzulehnen.
Eselhengste sind eine der am sexuell triebigsten Tiere der Erde - sie decken sogar hochträchtige Stuten und sind in ihrem Trieb, besonders wenn sie noch dazu einzeln gehalten werden nicht zu steuern.
Das führt dann wieder zu Problemen mit dem Menschen - Deckversuche, Agression, Verzweiflung - all das kann durch unerfüllten Sexualtrieb entstehen.

Stall:
Der Esel braucht ganzjährig eine überdachte, trockene und eingestreute Liegefläche mit Windschutz.
Einen Unterstand der auf mindestens 3 Seiten geschlossen ist.
Die Esel sollten auch nicht wie ein Pferd in Boxen gehalten werden.
Da Esel sehr neugierig sind, werden sie am besten in sogenannter „Offenstall“ Haltung gehalten.
Werden sie dennoch in einer Box gehalten muss diese eine größe von 0,80cm x StM haben, die kürzeste Seite 180 cm.
Die Fensterfläche muss mindestens 3% der Stallbodenfläche betragen oder die Esel haben ständig Zugang ins freie.
Es muss sichergestellt sein, dass die Tiere mehrmals Wöchentlich eine ausreichende Bewegungsmöglichkeit bekommen.
Für den Esel Mist muss eine Mistgrube aus Beton hergestellt werden, um ein Auslaufen von Sickerwasser zuverlässig zu verhindern.

Fütterung:
Hoher Rohfaserbedarf, das Beste ist spät geschnittenes Heu und auf keinen Fall schimmliges oder verdorbenes Futter.
Auch Holz und verholzte Sträucher sind Bestandteil artgemäßer Ernährung.
Durch „gut gemeinte“ Überfütterung kann es zu einer Energieüberversorgung mit großen, gesundheitlichen Problemen kommen.
Als Grundnahrung sollte der Esel spät geschnittenes, rohfaserreiches Heu mindestens 3x am Tag bekommen.
Die Futterausnutzung der Esel liegt ca. 30 % über jener der Pferde.
Eine Mineralstoffmischung für Pferde und ein Salzleckstein gehören ebenfalls zur Eselfütterung.
Abgesehen von Belohnungsleckerli braucht der Esel kein Kraftfutter, im Gegenteil, es schadet ihm.

Weide:
Jederzeit zugänglicher Weidegang mit mindestens 500 m² plus 50 m² pro weiteres Tier.
Es ist jedoch zu beachten, dass unkontrollierte Futteraufnahme auf der Weide dem Esel nur schadet, da sich der Esel auf der Weide ohne „Stopp“ den Bauch vollschlägt und dies besonders im Frühling zu Hufproblemen, Koliken und Überfettung führt.
Das kommt daher, da im frischen, grünen Gras zu viele Nährstoffe vorhanden sind. Deshalb die Esel nicht mit anderen Tierarten zusammen auf die Weide geben,da der Esel 16 Stunden am Tag frißt und er kontrollierte Freßzeiten braucht.
Für Rehegeschädigte Esel gilt absolutes Weideverbot.
Stacheldraht und weitmaschiges knoten Gitter sind als Umzäunung nicht erlaubt, die Maschen beim Knotengitter dürfen nur so groß sein dass sich die Tiere mit den Hufen nicht verfangen können und die Umzäunung von Koppeln und Ausläufen keinen spitzen Winkel enthält.

Tränke:
Täglich sauberes Wasser.
Im Winter sollte die Wassertemperatur nicht unter4°C absinken.
Es werden im Fachhandel Wassertränken mit eingebauter Heizung angeboten die sich sehr gut bewähren.

Nachzucht:
Erste Belegung frühestens nach dem 3. Lebensjahr.
Die Groß Esel brauchen für ihre Entwicklung länger, daher darf die Körperliche Arbeit und die erste Belegung frühestens mit 6 Jahren erfolgen.
Durch die meist sehr kleinen Populationen ist die Qualität der Tiere kritisch zu betrachten, ganz besonders im Bezug auf die Gesundheit.
Eine gezielte Zucht, die sich an Gesundheit und Vitalität orientiert, ist der erste Schritt im aktiven Tierschutz!
Die Esel haben eine Tragzeit von 376 Tage und erreichen bei guter Haltung ein Alter von 40-45 Jahre.

Hufe:
Je nach Beanspruchung ca. 4x jährliche Hufkorrektur durch ausgebildeten Hufschmied welcher über Eselkenntnisse verfügt, da sich die Hufe der Pferde mit denen der Esel unterscheiden.

Impfung:
Abgesehen von der Tetanus Impfung braucht ein Esel bei guter Haltung jedoch keinen Tierarzt. Wenn Esel mit anderen Tierarten, insbesondere Pferde gemeinsam gehalten werden oder wenn man auf Veranstaltungen unterwegs ist, sollten die Esel gegen Pferdeinfulenza geimpft sein.

Entwurmung:
Es sollte eine vierteljährliche Entwurmung mit einem Rundwurmmittel, das insbesondere die kleinen und großen Strongyliden und Spulwürmer sicher trifft durchgeführt werden. Alle zwei Jahre sollte zudem ein Präparat verwendet werden, das auch Bandwürmer bekämpft.

Nutzung:
Nutzung nur mit wirklich gesunden Tieren!
Dass man den Esel vor allem als Packtier verwendet, liegt an seiner Zähigkeit.
Esel werden auch zur Fleischgewinnung (Salami), als Milchproduzenten (Eselsmilch) und zur Lederherstellung verwendet.
Wegen seines Abwehrverhaltens gegen Hundeartige wird er von Schäfern auch als Herdenschutzesel eingesetzt.
Auch in der tiergestützten Therapie und der tiergestützten Pädagogik kommt der Esel zunehmend zum Einsatz.

Reiten:
Der Esel eignet sich gut zum Reiten, die Esel haben eine Spezialgangart, die für den Reiter besonders angenehm ist.
Die Last sollte maximal ein Drittel des Körpergewichtes vom Esels ausmachen.
Der Esel braucht genau wie ein Pferd auch eine Ausbildung, und Erwachsene Personen sind meistens zu schwer für einen Esel. Da es in Österreich sehr wenige Großesel gibt, gibt es nicht sehr viele Personen die mit einem Esel Reiten können.
Das darauf sitzen von Kindern und getragen werden ist ja kein Reiten.

Fahren:
Eine Grundvoraussetzung um mit dem Eseln fahren zu können ist das absolvieren eines Fahrkurses.
Pferdehöfe, die Mitglied beim Bundesfachverbandes für Reiten und Fahren in Österreich sindbieten solche Fahrkurse mit Prüfung an.
Mit der Prüfung ist man Besitzer des Bronzenen Fahrabzeichens und des Fahrens kundig - das ist auch für die Versicherung wichtig.
Der Esel sollte schon als junges Fohlen mit den gleichen Kommandos erzogen werden welche dann, wenn sie mindestens 3 Jahre alt sind und das Kutschenfahren lernen, verwendet werden.
Die Bodenarbeit sollten die Esel schon können.
Gefahren wird nach den gleichen Richtlinien wie bei den Pferden, nach Achenbach mit einer Kreuzleine.
Als Mundstück wird eine Kandarre verwendet.
Esel dürfen das eigene Körpergewichte ziehen.
Man muss aber immer bedenken dass die Esel trainiert sein müssen, man darf nicht das ganze Jahr den Esel auf der grünen Wiese stehen haben und dann Tages touren unternehmen wollen.
Diese kurzen Informationen sind sicher nicht untertrieben und sollten wirklich so gut wie möglich eingehalten werden. Für weitere Infos stehen wir mit unserer, über 20-jährigen Eselerfahrung, gerne zur Verfügung.
© Fam Knabl vlg. Edenbauer 2018
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